· 

Wintercamping mit dem Wohnmobil – Freiheit genießen auch bei Schnee und Frost

Wintercamping liegt voll im Trend: Verschneite Landschaften, klare Bergluft, gemütliche Abende im warmen Wohnmobil und ein ganz besonderes Naturerlebnis machen das Campen in der kalten Jahreszeit zu etwas Einzigartigem. Moderne Wohnmobile sind heute bestens für niedrige Temperaturen ausgerüstet – mit der richtigen Vorbereitung steht einem entspannten Winterurlaub also nichts im Weg.

 

Damit Ihr Wintercamping-Abenteuer sicher, komfortabel und stressfrei verläuft, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

  

Die besten Tipps für erfolgreiches Wintercamping

1. Wintertaugliches Wohnmobil wählen:

Achten Sie auf eine gute Isolierung des Aufbaus, isolierte Fenster, beheizte Wassertanks sowie eine leistungsstarke Heizung. Winterfeste Modelle bieten deutlich mehr Komfort und Sicherheit bei Frost. Aber auch mit Isoliermatten und Vorhängen lassen sich die Fenster zusätzlich isolieren, wenn keine Doppelverglasung vorhanden ist.

 

2. Gasversorgung im Blick behalten

Im Winter steigt der Gasverbrauch erheblich, so hält eine 11 kg-Gasflasche gewöhnlich nur drei Tage bei ständiger Nutzung. Nutzen Sie möglichst reines Propangas, da es auch bei Minusgraden zuverlässig funktioniert. Und planen Sie ausreichend Reserve ein und erkundigen Sie sich bereits vor Reiseantritt über Einkaufsmöglichkeiten unterwegs. Zudem empfiehlt sich ein Zweiflaschensystem mit automatischer Umschaltung. Eine elektrische Reglerbeheizung, z.B.  Eis-Ex von Truma, verhindert zudem das Einfrieren der Gasanlage. Das Heizen mit Gas ist in der Regel günstiger als mit Strom.

 

3. Heizsystem

Wenn möglich, sollte der Camper per Wasserheizung statt Luftheizung ausgestattet sein, da diese für eine gleichmäßigere, leisere und zugfreie Wärme sorgt. Eine effiziente Fußbodenheizung erhöht den Komfort, hier bringen aber auch bereits einfache Heizmatten eine behagliche Wärme ins Reisemobil.

 

4. Wasser, Wischwasser und Kühler vor Frost schützen

Halten Sie Frisch- und Abwassertanks beheizt, gedämmt oder entleeren Sie diese bei starkem Frost. Auch Wasserleitungen sollten vor dem Einfrieren geschützt sein.

Für das Wischwasser der Scheibenwischanlage empfiehlt sich ein fertiges Gemisch aus Frostschutz und Scheibenreiniger, dass für Temperaturen von mindestens -15 Grad Celsius geeignet ist. Hier empfiehlt es sich unbedingt zunächst das Sommergemisch zu entleeren damit das Wintergemisch nicht verdünnt wird. Und ein Paar neue Wischerblätter sind zur Wintersaison vor Reiseantritt auch ratsam, damit der freie Blick garantiert ist. Damit diese nicht anfrieren, kann eine Isolationsfolie nachts untergelegt werden.

Vor Aufbruch zu einer Winterreise bitte auch den Kühlerfrostschutz prüfen. Das Frostschutzmittel sollte das Kühlsystem auch bei -25 Grad Celsius vor Eis schützen. An manchen Tankstellen oder in der Werkstatt lässt sich mit einem Prüfgerät einfach kontrollieren, ob der Kühlwasserstand unter die Minimum-Markierung abgesunken ist. In der Werkstatt lässt sich die Ursache dafür schnell beheben.

 

5. Strombedarf realistisch einschätzen

Heizung, Beleuchtung und Ladegeräte benötigen mehr Energie. Prüfen Sie Batteriekapazität, Landstromanschluss und ggf. Solaranlage, um Engpässe zu vermeiden.

Eine gesunde Batterie schafft es auch bei Minusgraden das Auto direkt zu starten. Sollte das nicht der Fall sein, steckt sicher eine alte Starterbatterie dahinter, die ersetzt werden sollte. Die übliche Lebenszeit einer 12V-Bordbatterie liegt bei circa vier bis fünf Jahren. Das Alter einer Batterie ist in der Regel auf dem Etikett aufgedruckt, alternativ kann ein Batterietest in der Werkstatt Aufschluss über den Zustand geben.

 

6. Richtige Bereifung und Zubehör

Winterreifen sind Pflicht, Schneeketten oft sinnvoll. Reifen ohne Alpine-Symbol gelten rechtlich gesehen als Sommerreifen. Sie sind ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Im Fall eines Unfalls droht ein Bußgeld und möglicherweise auch ein Punkt in Flensburg. Zudem kann die Kaskoversicherung ihre Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit erheblich kürzen.

Eine Schneeschaufel, eine Gummimatte für den Einstieg und rutschfeste Unterlegkeile gehören zur Grundausstattung dazu.

 

7. Lüften nicht vergessen

Auch im Winter ist regelmäßiges Lüften wichtig, um Feuchtigkeit und Kondenswasser zu vermeiden. Dazu muss darauf geachtet werden, dass Öffnungen nicht zuschneien oder einfrieren. Kurz und kräftig lüften reicht meist aus. Alternativ kann man bei gutem Winterwetter die Dachluke leicht geöffnet halten, um eine gut Luftzirkulation zu gewährleisten. Fensterscheiben lassen sich am besten mit einem Microfasertuch oder Geschirrhandtuch vom Kondenswasser befreien.

 

8. Den richtigen Stellplatz wählen

Nicht jeder Campingplatz ist im Winter geöffnet. Achten Sie auf Wintercampingplätze mit geräumten Stellflächen, beheizten Sanitäranlagen und Stromanschlüssen. Bei Verwendung von Hubstützen sollte eine stabile Unterlage gewählt werden. Nach dem Abstützen kann die Handbremse gelöst werden, um ein Festfrieren zu vermeiden.

 

9. Gemütlichkeit einplanen

Warme Teppiche, Thermovorhänge, kuschelig warme Decken und eine gute Beleuchtung sorgen für Wohlfühlatmosphäre – gerade an langen Winterabenden. Ein Vorzelt dient im Winter als Wetterschutz und Trockenraum, um Feuchtigkeit im Innenraum zu reduzieren.

 

10. Sicherheit geht vor

Prüfen Sie regelmäßig Gas- und CO-Warner, halten Sie Fluchtwege frei und entfernen Sie Schnee von Dach und Markisen, um Schäden zu vermeiden. Stromkabel sollten im Außenbereich so verlegt werden, dass sie sichtbar sind und nicht beim Schneeräumen beschädigt werden.

 

Fazit: Wintercamping lohnt sich

Wintercamping mit dem Wohnmobil ist ein besonderes Erlebnis für alle, die Ruhe, Natur und Komfort miteinander verbinden möchten. Mit der richtigen Vorbereitung, einem geeigneten Fahrzeug und einem guten Stellplatz steht dem Winterurlaub auf vier Rädern nichts im Weg.

 

Wenn Sie Fragen zur wintertauglichen Ausstattung oder zu passenden Wohnmobilen haben, beraten wir Sie gerne persönlich.